Power Map · Methode
So funktioniert Power Mapping
Power Mapping fragt, welche Rolle ein Unternehmen in seinem Markt spielt, worauf diese Rolle beruht und wohin sie sich bewegt. Jede Karte beantwortet diese drei Fragen in derselben Form.
Fünf Rollen
- Status-Quo-Player
- Prägt die bestehende Ordnung seines Marktes und hat am meisten zu verlieren, wenn sie sich ändert.
- Challenger
- Greift die Führenden an und will an die Spitze eines Marktes, der dabei bestehen bleibt.
- Balancer
- Lebt davon, dass mehrere Seiten auf ihn angewiesen sind und keine von ihnen dominiert.
- Disruptor
- Ändert die Regeln, nach denen ein Markt funktioniert, oder macht ihn überflüssig.
- Dependent
- Über seine Lage entscheidet zu einem guten Teil ein anderer: ein großer Kunde, eine Plattform, ein Lieferant.
Vier Achsen
Die Rolle wird an vier Achsen begründet. Drei davon stehen auf der Vorderseite jeder Karte, das Selbstbild auf der Rückseite.
- Power Core
- Worauf die Stellung beruht.Technologie, Marke, Netzwerkeffekte, Daten, Regulierung
- Umfeld
- In welcher Art Markt das Unternehmen steht.Stabiles Oligopol, Reguliertes Umfeld, Disruptives Umfeld, Plattformökonomie
- Abhängigkeiten
- Wie stark das Unternehmen von Kunden, Lieferkette und Politik abhängt, jeweils niedrig, mittel oder hoch.
- Selbstbild
- Ob das Unternehmen sich so sieht, wie es tatsächlich steht.
Richtung
- ↑Die Rolle festigt sich.
- →Die Rolle bleibt stabil.
- ↓Die Rolle erodiert.
- ⇄Das Unternehmen wechselt in eine andere Rolle.
Die Richtung beschreibt die Stellung im Markt, nicht den Kurs. Eine Rolle kann sich festigen, während die Aktie fällt.
Zonen
Aus Rolle und Richtung folgt, welche Funktion eine Position nach der Methode in einem Depot hätte.
- Core Stability
- Das Fundament eines Depots: Unternehmen mit gefestigter, stabiler Stellung.
- Growth Drivers
- Unternehmen, deren Stellung wächst.
- Opportunistic Plays
- Kleine Positionen mit unsicherer Stellung, deren Gewicht begrenzt bleibt.
- Keine Zone
- Nach der Methode hat die Position im Depot keine Funktion.
Die Zone ist eine Aussage der Methode. Sie sagt nicht, wie wir unser Depot gewichten.
Muster und Kipppunkt
Ein Muster ist ein wiederkehrender Verlauf von Rollen über die Zeit. Der Kipppunkt nennt, was geschehen müsste, damit die Einstufung nicht mehr gilt.
Was hier fehlt
Wie man die Rollen voneinander unterscheidet, wie aus Rolle und Richtung eine Zone wird, welche Muster es gibt, welche Fehler bei der Einordnung typisch sind und wie man ein Depot danach aufbaut, steht im Buch Power Mapping von Ludwig J. Marx.